Christoph Schalk: Setze Ziele so, dass du auch gut ankommst

Christoph Schalk: Setze Ziele so, dass du auch gut ankommst
10 Jan 2018

Welches Ziel hast du gerade? Jeder Mensch verfolgt immer irgendein Ziel, bewusst oder unbewusst. Hinter jedem Ziel steht der Wunsch nach mehr Lebensqualität oder danach, etwas mit unserem Leben zu bewirken. Der Wunsch nach Erfolg.

Weit verbreitet ist heute die Auffassung, dass Ziele „SMART“ formuliert sein sollten: „spezifisch“, „messbar“, attraktiv“, „realistisch“ und „terminiert“. Die „Erfinder“ der SMART-Ziele haben nachgewiesen, dass diese Kriterien zu einer hohen Erfolgsrate bei der Zielerreichung führen. Allerdings nur bei bestimmten Zielen – nämlich, wenn die Aufgabe, um die es bei einem Ziel geht, einfach strukturiert ist, die Person, die das Ziel erreichen will, intrinsisch motiviert ist, und es bei der Person, die das Ziel erreichen will, keine bewussten oder unbewussten Zielkonflikte gibt. Damit scheiden die meisten Ziele für die Anwendung der SMART-Kriterien aus. Oder willst du immer nur Ziele im Zusammenhang mit einfach strukturierten Aufgaben erreichen? Bist du bei allen Zielen immer voll aus dir heraus motiviert? Und das alles noch ohne Zielkonflikte, in denen du zwischen mehreren Interessen hin- und hergerissen bist? Wohl kaum. Es braucht deshalb für die meisten Anliegen eine andere Art von Zielen.

Ziele, die tatsächlich etwas bewegen

Bevor du weiterliest, führe dir eines deiner aktuellen Ziele vor Augen und formuliere es konkret. Damit ein Ziel auch handlungswirksam ist, muss es drei Merkmale aufweisen:

  • Annäherungsziel statt Vermeidungsziel: Viele Menschen, die etwas verändern wollen, leiden unter dem momentanen Zustand. Deshalb formulieren sie ihr Ziel oft als Vermeidung des Ist-Zustands: „Meine Vorträge sollen nicht mehr so langweilig sein.“ Das Problem dabei ist, dass jede Zielvorstellung auch ein inneres Bild erzeugt. Nun gibt es aber keine inneren Bilder von etwas, das nicht da ist. Das innere Bild von „nicht langweilig“ ist eine Vorstellung von absoluter Langeweile. Negative innere Bilder torpedieren unsere Motivation. Wir brauchen deshalb Zielformulierungen, die positiv besetzte innere Bilder erzeugen.
  • Selbstbeeinflussbar statt fremdbestimmt: Du kannst nur Ziele erreichen, die du selbst beeinflussen kannst. Deshalb ist es wichtig, dass du eine Formulierung findest, die sich auf etwas bezieht, das du selbst gestalten kannst. Wenn du dir „mehr Harmonie in unserer Familie“ wünschst, dann hast du ein nicht selbst beeinflussbares Ziel formuliert. Besser wäre etwa: „Ich grenze mich von Streitereien ab“ oder „Ich biete anderen Familienmitgliedern Hilfe an, mit ihren Konflikten konstruktiv umzugehen.“
  • Positive Körperempfindung: Das, was Fachleute als „positiven somatischen Marker“ bezeichnen, erleben wir im Alltag als gutes Bauchgefühl, innere Weite, einen plötzlich klaren Kopf – oder auf viele andere Arten, mit denen unser Körper uns klarmacht, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Es ist mittlerweile wissenschaftlich nachgewiesen, dass das Beachten dieser Körperempfindungen zu Entscheidungen führt, die das größtmögliche Umsetzungspotenzial haben: Kopf, Herz und Bauch haben gewissermaßen gemeinsam entschieden und blockieren sich so nicht mehr gegenseitig.

Formuliere dein Ziel deshalb so, dass alle diese drei Kriterien berücksichtigt werden.

Bleib dran

Es gibt viele Möglichkeiten, wie du dich selbst an dein Ziel erinnern und dranbleiben kannst. Schaffe dir Erinnerungshilfen, etwa in Form von Bildern, die du an zentraler Stelle aufhängen oder sie am PC oder Handy als Bildschirmhintergrund verwendest. Ebenso kann man Gegenstände und Orte oder Alltagsroutinen als Erinnerungshilfen nutzen. Auch unser Körper ist ein ganzheitliches Gedächtnis und ein genialer Speicher. Wen wir Ziele nicht nur haben, sondern auch leben wollen, lohnt es sich, sie im Körper zu verankern. Also bewusst zu spüren: „Ja, das will ich mit all meiner Kraft.“ In Situationen, in denen wir überraschend unter Druck geraten, verlieren wir unsere Ziele oft aus den Augen. Aber du kannst dich auf diese Überraschung vorbereiten, indem du dir schon vorher überlegst: „Was mache ich, wenn …?“ Und du bist nicht allein. Andere können dir helfen, an deinen Zielen dranzubleiben: Freunde, Partner, eine Selbsthilfegruppe. Sie alle können nachfragen und so das Ziel „verbindlicher“ machen.

Mache dich also mit deinem Ziel auf den Weg – und komme gut an.

 

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Christoph Schalk stammt aus Würzburg. Seine Frau Annette und er haben einen Sohn und zwei Töchter. Er ist leidenschaftlicher Coach und Trainer und deshalb seit einiger Zeit auch Geschäftsführer der Würzburger Business Coach Akademie (www.business-coach-akademie.de). Mehr über ihn unter www.christophschalk.com.

 

Headerfoto von Tamarcus Brown auf Unsplash


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