Wie wird man ein guter Autor? Tipps von Kerstin Hack

13 Mrz 2014

Der Erfinder Thomas Edison soll gesagt haben: „Genie ist zu 10 % Inspiration. Zu 90% Transpiration.“ In anderen Worten: Inspiration alleine bringt noch nichts wesentliches hervor. Dazu kommt noch jede Menge Fleiß und Arbeit. Das gilt auch fürs Schreiben. Andreas Eschenbach sagte: “Man kann nur schreiben, wenn man inspiriert ist.” Die Wahrheit ist eher umgekehrt: Man wird nur inspiriert, wenn man schreibt.

Wie wird man also zu einem guten Autor? Indem man schreibt. Forscher haben herausgefunden, dass man eine künstlerische oder sportliche Tätigkeit etwa 10.000 Stunden üben muss, bis man sie beherrscht. Man wird zu einem guten Autor – indem man schreibt. Regelmäßig. Immer wieder. Wenn man inspiriert ist und auch dann, wenn man es nicht ist.

Ein paar Tipps

1. Schreib – egal ob es passt oder nicht! Es passt nie. 1000 unerledigte Aufgaben, die Steuererklärung, die Kinder und X andere Sachen wollen deine Aufmerksamkeit. Fertig bist du nie. Schreib einfach trotzdem!

2. Schreib reglmäßig! Am besten jeden Tag, besonders dann, wenn du an einem größeren Projekt arbeitest. Oder wenigstens 2 – 3 Mal pro Woche, wenn es eher dein Hobby ist. Wenn du zu lange Pausen zwischen den Schreibzeiten hast, brauchst du eine lange Aufwärmzeit, bist du wieder im Fluss bist.

3. Schreib – auch wenn du nicht inspiriert bist. Wenn dir keine Ideen kommen, dann schreibe an Passagen deines Textes, die eher Recherche oder Fleißarbeit erfordern. Mach kurze (!) Pausen, sieh einen Bildband oder ein inspirierendes Kurzvideo an oder höre ein Musikstück. Dann weiter.

4. Schreib an anderen Orten. Tapetenwechsel hilft dem Hirn. Suche dir Schreiborte, an denen du ungestört schreiben kannst – die aber zugleich inspirierend sind. Hemmigway schrieb in Cafés. Andere Autoren gehen in die Natur, ans Meer, an einen See. Finden deinen Schreibort.

5. Schreibe immer. Habe immer Schreibzeug oder wenigstens dein Handy mit Notizfunktion dabei, um Ideen, Satzfetzen, Zitate festzuhlaten. Gute Texte entstehen aus einer Vielzahl von Details und Facetten. Die gilt es festzuhalten.

6. Schreibe aus dem Bauch heraus. Zensiere dich nicht dauernd. Schreibe erst mal drauf los. Dann lass es liegen. Und überarbeite später.

7. Schreibe einfach. Verzichte auf unnötige Schachtelungen, überflüssige Adjektive und unbekannte Fremdworte.

Tolle Expertenratschläge gibt es natürlich auch im Quadro „Erfolgreich schreiben. Bücher, Blogs & Artikel veröffentlichen“ von Jörg Achim Zoll.