Bloggen – Interview mit Kerstin Hack

Bloggen – Interview mit Kerstin Hack
23 Mrz 2015

1. Frau Hack, warum heißt Ihr Blog kerstin.down-to-earth? Haben Sie etwas mit anderen Galaxien zu tun?

Nein, aber der Name ist mir wirklich im Traum eingefallen. Eines Nachts wachte ich mit dem Gedanken auf: „Wenn du etwas startest, nenne es Down to Earth!“. Der Name gefiel mir und passt zu mir. Im Englischen bedeutet er einerseits „Dinge vom Himmel auf die Erde holen“ und „auf der Erde bodenständiges machen“. Das bin und tue ich. Ein paar Monate nach dem Traum machte ich mich mit einer Firma, die ein Dreiklang aus Verlag, Coaching und Seminartätigkeit ist, selbständig – und nannte sie „Down to Earth“.

2. Wie sieht der Alltag einer christlichen Bloggerin aus? Gibt es feste Rituale oder agieren Sie eher ganz spontan?

Ich schreibe, wenn ich etwas zu sagen habe: Einen Gedanken, ein Erlebnis, einen Impuls.

3. Sie sind eine erfolgreiche Schriftstellerin – ist das eine Voraussetzung dafür, erfolgreiche Blogs zu schreiben?

Nicht unbedingt, aber es hilft natürlich, wenn man abwechslungsreich und griffig schreiben kann. Es gibt natürlich Blogs, die sprachlich ausgesprochen furchtbar und eintönig sind: Ich tat das. Dann tat ich jenes, gähn, gähn…Ein guter Blog muss den Lesern Interessantes zu bieten haben und das in einer sprachlich ansprechenden Form gestalten.

4. Sie erreichen nicht nur mit Ihrem Blog sondern auch mit Ihren Büchern sehr viele Menschen. Hat man dadurch nicht eine große Verantwortung Gott und den Menschen gegenüber? Wie gehen Sie damit um?

Ganz einfach. Ich trenne klar zwischen meiner Verantwortung und ihrer. Es ist meine Verantwortung, Gedanken und Impulse, die ich weitergebe, gut, klar und inhaltlich richtig zu vermitteln. Es ist die Verantwortung meiner Leser, was sie davon wie umsetzen. Die Last packe ich nicht auf meine Schultern, daran würde ich zerbrechen.

Gestern sprach ich mit einer Freundin über einige Krisen der vergangenen Jahre. Es war witzig. Bei einer Krise stellte sich im Rückblick heraus, es wäre besser gewesen, ich hätte auf ihren Rat gehört. Bei einer anderen: Es wäre besser gewesen, ich hätte nicht auf ihren Rat gehört. Wir haben beide gelacht. Auch in Zukunft werden wir einander Rat geben. Mal guten. Mal schlechten. Und der anderen die Freiheit und die Verantwortung lassen, wie sie damit umgeht.

5. Welches waren die größten Herausforderungen – technischer und menschlicher Art – seit dem Start Ihres Blogs bis heute?

Technik ist nicht so mein Ding. Wahrscheinlich könnte ich meinen Blog noch viel cooler machen, wenn ich mehr Ahnung davon hätte, wie man Bilder, Filme, Interviews besser einbindet, Umfragen macht usw. Das können andere besser. Was soll´s.

Menschlicher Art finde ich es herausfordernd, bewegende Erlebnisse mit Menschen so zu beschreiben, dass es für mich authentisch und nicht verstellt ist, sie meinen Blog aber auch problemlos lesen könnten, ohne dass es mir peinlich wäre.


6. In einem Blog werden weltweit oft persönliche Emotionen anvertraut. Wie wichtig ist dieser Aspekt für Sie und wie gehen Sie mit unpassenden Kommentaren um?

Das habe ich bisher im Blog eher selten erlebt. Ich bekomme jedoch manchmal anonyme Briefe, in denen mir Menschen ihre persönlichen Meinungen, Vorlieben und Abneigungen in einer – meiner Ansicht nach – feigen Form zeigen, weil mir durch die Anonymität die Möglichkeit genommen wird, nachzufragen, zu erklären oder zu kommunizieren. Gerade das schätze ich am Blog, dass man in einen Dialog treten kann, selbst und gerade, wenn mir etwas nicht passt.

7. Blogs spielen oft auch eine wirtschaftliche Rolle – z.B. um auf eigene Produkte aufmerksam zu machen. Funktioniert das auch im christlichen Bereich – welche Erfahrungen haben Sie persönlich hiermit?

Ich erzähle in meinem Blog, was mich begeistert. Und wenn ich gerade ein neues Buch oder Impulsheft fertig gestellt habe, kommt das da natürlich rein. Das gehört zu meinem Leben genauso wie Erlebnisse auf Reisen. Ob das „funktioniert“, kann ich nicht sagen, weil mir – anders als Riesenfirmen, die Bestellungen klickgenau analysieren können – das Messinstrumentarium fehlt, um beurteilen zu können, was wie wirkt. Sicher entdeckt der eine oder andere Leser des Blogs auch die anderen Sachen, die ich mache. Oder auch umgekehrt: Leser meiner Bücher und Artikel entdecken meinen Blog. Aber ob und wie genau sich das wirtschaftlich auswirkt, kann ich schwer sagen.

8. Bloggen Frauen anders als Männer?

Ähm. Nächste Frage.

9. Welche Rolle spielen Gebete zu Gott in Ihrem Leben? Macht es überhaupt Sinn zu beten, wenn man sowieso „alles“ im Internet bekommt?

Es gibt Fragen, die nicht mal Google beantworten kann z. B. Bin ich geliebt? Was ist mein Auftrag in dieser Welt? Da ist der Dialog mit einem lebendigen Gott, der meine Fragen manchmal beantwortet, manchmal weise (und unerträglich nervig) schweigt, manchmal einfach spürbar da ist etwas, was ich aus meinem Leben nicht wegdenken möchte.

10. Welche Pläne haben Sie als Blogmasterin und Christin für die Zukunft?

Ich träumte eine ganze Weile lang davon, neben meinem persönlichen Blog (kerstin.down-to-earth.de) noch einen zweiten Blog zu starten, der eher beruflich orientiert ist. Ich möchte mit meinem Verlag und meiner Seminartätigkeit neue Wege beschreiten und Leser, Kunden, Journalisten, Buchhändler stärker einladen, mitzureden. Das habe ich gemeinsam mit meinem Team nun verwirklicht. Und deshalb den Blog für Down to Earth ins Leben gerufen, der informiert, inspiriert und zum Mitdenken und Mitmachen einlädt.

Ansonsten für die Zukunft allgemein: Lebendig sein und bleiben. Für immer und ewig.

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